Revidierte Astrologie

Was ist „Revidierte Astrologie“?

Thomas Ring, ein Astrologe und Philosoph, veröffentlichte in den 1950er Jahren das heute als Lehrbuch der Astrologie verwendetes Buch „Astrologische Menschenkunde.“ Darin stellte er seine Theorie der revidierten Astrologie vor. Danach befreit er die Astrologie vom Ruf einer okkulten und fatalistischen Wissenschaft und führt sie in den Bereich der psychologischen Symbolik. Weil Ring Poesie für sein mehrbändiges Werk verwendete, gilt er zugleich als talentierter Schriftsteller, allerdings kritisieren manche seinen Schreibstil als zu umständlich für ein Standardwerk der Astrologie.

Welche Gesetze regeln die Astrologie, wer kann Astrologe werden und ein Horoskop erstellen?

Es ist im Gesetz nicht eindeutig geregelt, wie man als Astrologe arbeiten darf und wie man ein Horoskop erstellen kann. Während sich einige als freie Künstler sehen, begründen andere ihre Tätigkeit mit der Gewerbeordnung. Der Begriff Astrologe ist hierzulande nicht gesetzlich geschützt.

Welcher Kritik ist die Astrologie ausgesetzt?

Theologisch gesehen wird die Geburt Jesu mit einem astronomischen Phänomen, nämlich dem Stern von Betlehem angekündigt. Dennoch wird von Theologen überwiegend bestritten, dass Sterne eine Wirkung auf das Schicksal des Menschen haben. Nur die Kraft Gottes habe Wirkmacht, die Natur und deren Sterne dagegen nicht. Ausserdem könne die Lebensplanung nicht von der Stellung der Gestirne abhängen, da jeder Mensch über einen freien Willen verfüge. Generell gibt es jedoch auch Stimmen innerhalb der Kirche, die der Astrologie eine grosse Bedeutung zumessen.

Die Physik sieht die Astrologie entgegen der sogenannten Ockhamschen Sparsamkeit wirken. Diese verlangt nämlich nach dem Bestreben der Naturwissenschaftler, die Erkenntnisse durch abstrakte Vorstellungen auf so wenige Gesetze wie möglich zu reduzieren. Genau dies sei aber bei der Astrologie nicht der Fall, da sich die Symbole vermehren. Es gibt darüber hinaus noch keine von der Physik anerkannte Erklärung dafür, dass die Konstellation der Gestirne in irgendeiner Weise Auswirkungen auf den Menschen hat. So wird auch der sogenannte Gezeiteneffekt, der durch die Gravitation zustande kommt, nicht akzeptiert, da andere Faktoren wie die Umgebung des Geburtshauses eine wesentlich grössere Kraft auf das Neugeborene ausüben würde. Physiker stören sich ausserdem an der Tatsache, dass nur wenige Erscheinungen der Astrologie überprüfbar sind. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften überprüft ständig die Prognosen von Astrologen, die sich auf angebliche Tatsachen berufen und vergleicht sie mit der Realität.

Dagegen halten Astrologen, dass ihre Wissenschaft mit Symbolen und Analogien arbeitet, die sich am Erleben der irdischen Realität orientiert. Deswegen müssten auch neue astronomische Konstrukte mit in die Berechnung einbezogen werden. Dieser Einbezug geschehe aber erst dann, wenn das Verhalten des Menschen den Planeten wiederspiegele. Als Beispiel wird für dieses Argument oft der Uranus aufgeführt: In der Zeit kurz nach der Entdeckung des Uranus begann die Industrialisierung, die Dampfmaschine wurde erfunden und die französisch Revolution sorgte dafür, dass Monarchen abgesetzt wurden. Gleichzeitig schreibt man dem uranus den Charakter zu, sich von Abhängigkeiten zu befreien, und plötzliche Umbrüche zu favorisieren. Auch für Neptun und Pluto lassen sich solche Theorien aufstellen. In der Zukunft möchte man auch die Einflüsse der Gravitation auf das Erbgut untersuchen.

Die Metaphysik kritisiert, dass Astrologen, die zwar anhand fester Regeln ihrer Schule arbeiten, trotzdem behaupten, nicht alles sei naturwissenschaftlich begründbar. Dies aber sei keine Voraussetzung für eine exakte Naturwissenschaft.

Auch in der Statistik werden Zweifel an der Astrologie laut, da Prognosen und Aussagen der Astrologen in wissenschaftlich exakt durchgeführten Studien nicht bestätigt werden konnten. In einer gross angelegten Langzeitstudie war es nicht möglich, gewisse Charakteristika nur bei Leuten zu erkennen, die auch dasselbe Sternzeichen hatten. Somit widerlegen die Erkenntnisse der Statistiker die Behauptung der Astrologen, Sternzeichen stünden für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. Astrologen hingegen kritisieren solche Studien, da nie genug Probanden dafür untersucht werden beziehungsweise nur eine ganz bestimmte Gruppe von Personen für die Studien ausgewählt wurden. Ausserdem gebe es durchaus Menschen mit demselben Sternzeichen, die auch dieselben Eigenschaften hätten. Statistiker wiederum führen dies auf astrologische Kenntnisse mancher Testpersonen zurück, die sich dann auch entsprechend ihres Sternzeichens verhielten.

Ganz genau dieser Argumentationslinie folgt auch die Psychologie. Sie hat nachgewiesen, dass Vorhersagen oft auch selbst erfüllt werden, wenn man nur daran glaubt. Diese Motivation führt zur tatsächlichen Umsetzung. Es muss dabei noch nicht einmal sein, dass der Mensch dies bewusst macht. Somit kann die Astrologie die Erfüllung der Prophezeiungen nicht als Beweis für die Richtigkeit derselben für sich beanspruchen. Auch der sogenannte Bejahungsfaktor spricht nach der Ansicht von Psychologen gegen die Astrologie. Demnach werden bei schwammigen Aussagen, wie sie oft in Zeitungshoroskopen zu finden sind, Ereignisse mit diesen Prognosen in Verbindung gebracht. Für diese Behauptung liefert die Psychologie viele Studien, die diesem Faktor eine grosse Wirkung bescheinigen. So lässt sich zusammenfassen, dass Personen, die über astrologische Kenntnisse verfügen und an diese auch glauben viel eher danach handeln und sich dementsprechend verhalten als Personen, die nicht über solche Erkenntnisse verfügen beziehungsweise ihnen keine Bedeutung zumessen.

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Glossar:  Astrologie, Ursprung der Astrologie, Horoskop-Formen, Astrologie und Tierkreiszeichen, Felder in der Astrologie, Revidierte Astrologie